Berichte

Wie riecht morgen? - Multilinguale Erzählungen

 

Workshop I - Wir erzählen euch was!

20.-21.10.2018

SAMSTAG

 
Morgens versammeln wir uns im großen leeren Raum. Es soll um Objekttheater gehen -
wir stehen aber mit leeren Händen im Kreis!? 
 
Mit Stimme und Körper(-bewegung) zu spielen und Aufmerksamkeit für die gemeinsame Anwesenheit im Raum zu Schaffen ist fürs Theatermachen "Material" genug, sodass wir den Vormittag mit spielerischem Aufwärmen und Entdecken verbringen.
Wann setze ich meine Stimme ein, wie werde ich damit beispielsweise zum Tier, zur ErzählerIn?
 
Nachmittags widmen wir uns Objekten: allerdings erstmal nur Zeitungspapier. Jedes Kind hat eine eigene "Insel" im Raum und entwickelt einen persönlichen Zugang zum Material. Manche bauen sich ein Kostüm aus Zeitung, andere ein Flugzeug, ein Feuer, eine Zeltstadt, Verteidigungswaffen, Bälle, Figuren oder abstrakte Welten. Nach dem wir die Diversität der Ergebnisse gemeinsam bestaunt hatten, beginnen wir die Arbeit mit Material in der Gruppe.
 
Wie können wir gemeinsam etwas darstellen? Was möchten wir darstellen? Wir sammeln Themen, die um Erinnerungen an deutsch-tschechische Erlebnisse kreisen: der letzte Urlaub in Deutschland, ein Buch von den Großeltern, etc. ...
 
Am Ende des Tages findet eine Gruppenimprovisation statt; der leere stille Raum vom Morgen hat sich transformiert in ein Meer aus Papier mit lärmenden Gestalten....
 
SONNTAG
 
Am zweiten Tag unseres Workshops begegnen wir uns nicht mehr mit leeren Händen. Alle durften ein oder mehrere persönliche Objekte mitbringen, die sie an ein deutsch-tschechisches Kennenlernen erinnert. Den Geschichten dahinter nähern wir uns zuächst spielerisch: Wir sortieren unsere Gegenstände - 
Welches ist das größte Objekt, welches das hellste, welches das älteste und was bedeutet alt, wenn wir es gerade erst geschenkt bekommen haben?
 
In kleineren Gruppen erzählen wir uns dann genauer unsere Geschichten: An was erinnert uns unser Objekt? Wie verwenden wir es immer und was wäre eine vollkommen abwegige Gebrauchsform? Welches Geräusch kann mein Objekt machen?
 
Als letzte Aktion vor unserem gemeinsamen Mittagessen wenden wir uns noch einmal unserem Material vom Vortag zu. Jedes Kind darf sich aus Zeitungspapier und Klebeband eine Puppe bauen. Von Tierwesen über sprechende Fußbälle bis hin zu Riesen enstehen einzigartige Figuren. Nach dem Mittagessen entdecken wir die spezifischen Eigenschaften unserer Puppe. 
Wie auch unsere Alltagsobjekte haben sie bestimmte Funktionen, bestimmte Eigenarten, für die wir sie besonders mögen und die wir hervorheben wollen. Wie läuft mein Papier-Dinosaurier und wie schläft er? Welche Geschichte könnte meine Puppe haben? Welche Geräusche kann sie machen, wie könnte es klingen wenn sie spricht?
 
Zum Schluss stellt sich natürlich die große Frage: Was sollen wir den Eltern in unserer Abschlusspräsentation zeigen. Zusammen sammeln wir Ideen und würfeln zuvor schon ausprobiertes Material neu zusammen. Alles kann nichts muss. 
 
Wertvoll sind die bereits geteilten Erinnerungen, gegenseitiges Einfühlvermögen (gegenüber Material und Mitmenschen), Zuhören, Neugier. 
Spielerisch haben wir schon drei grundlegende unterschiedliche Ansätze kennengelernt, wie wir figürlich, abstrakt oder persönlich mithilfe von Material Theater machen können.
 
Am Ende entsteht so eine wilde Materialschlacht in der jedes Kind sowohl zeigen kann, was es mit seiner eigenen Puppe entdeckt hat als im freien Spiel in der Gruppe.
 
 
 

 


Kontakt

Věra Kirschner

https://www.facebook.com/Bilingualis-245156182650316/


+420 606 330 529